Gynäkologie


Anatomie und Physiologie der weiblichen Geschlechtsorgane
Fehlbildungen der weiblichen Geschlechtsorgane
Lage- und Haltungsveränderungen der Gebärmutter

Gynäkologische Untersuchungen
Gynäkologische Operationen und Eingriffe
Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett
Endometriose
Entzündungen der weiblichen Geschlechtsorgane

Hormonsystem
Prämenstruelles Syndrom
Sexualstörungen der Frau
Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane
Unfruchtbarkeit der Frau
Verhütung
Wechseljahre

Häufige Erkrankungen :
Gesund Abnehmen
Akne
Blasenentzündung
Bulimie
Cellulite-Tipps
Diabetes
Herzerkrankungen bei Frauen
Magersucht
Multiple Sklerose
Osteoporose

Erster Weltkongress zur seelischen Gesundheit der Frau

27. - 31. März 2001 in Berlin

Kongress zur psychischen Gesundheit der Frau

Dr. Anette Kersting:

Psychiatrische Aspekte nach Fehl- und Totgeburt sowie nach einem Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation.

 

Die Freude auf das Kind wird abrupt beendet.

Mit der Geburt eines Kindes verbinden die Eltern viele Wünsche und Hoffnungen. Sie bereiten sich auf das Baby vor, indem sie nach einem Namen suchen und überlegen, wie das Kind aussehen wird und wie es sein wird. Die Diagnose einer schweren Missbildung, an der das Kind bald nach der Geburt sterben wird, oder der Tod eines Babys in der Schwangerschaft, während oder nach der Geburt gehören zu den schwierigsten Lebensereignissen, die Menschen zu bewältigen haben. Die Eltern stehen einer völlig neuen Realität gegenüber, die mit der bisherigen Freude auf das Kind nichts mehr zu tun hat.

 

Trauer ist individuell unterschiedlich und kann Jahre dauern. Der nun folgende Trauerprozess hat in der Regel individuell unterschiedliche Facetten und wird durch viele Faktoren beeinflusst. Waren frühere Wissenschaftler der Meinung, dass normale Trauerprozesse nach wenigen Monaten abgeschlossen sein müssten, so zeigen aktuellere Untersuchungen, dass auch noch viele Monate oder Jahre später Trauersymptome auftreten können.

 

Der plötzliche Tod des Kindes stützt Eltern oft in quälende Selbstvorwürfe und Selbstzweifel.

Wenn sich Eltern während einer längeren Krankheit auf den Tod ihres Kindes vorbereiten können, können sie sich auf eine andere Weise von ihm verabschieden und den Verlust betrauern, als wenn das Kind plötzlich im Mutterleib oder kurz nach der Geburt verstirbt. In einer solchen Situation sind die Eltern mit Gefühlen der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts konfrontiert. Sie habe keine Möglichkeit auf die Situation einzuwirken und etwas zum Uberleben ihres Kindes beizutragen. Quälende Fragen, ob sie den Tod oder die tödliche Erkrankung ihres Babys vielleicht hätten vermeiden können, kommen nicht selten hinzu, auch wenn sie keine realistische Grundlage haben.

 

Die Umstände des Todes sind von besonderer Bedeutung. Die Umstände des Verlusts sind für seine Verarbeitung von erheblicher Bedeutung. Insbesondere plötzliche Verluste, die sich unter traumatischen Umständen ereignen, können zu komplizierten Trauerprozessen führen, unter denen viele Mütter noch Jahre später leiden. Frauen, die eine Fehlgeburt oder eine Totgeburt erleben oder einen Schwangerschaftsabbruch aus medizinischer Indikation vornehmen lassen, haben ein hohes Risiko, an einer Sonderform pathologischer Trauer, der traumatischen Trauer, zu erkranken.

 

Die traumatische Trauer ist eine Sonderform der Trauer, mit einem eigenen Krankheitswert. Bei der traumatischen Trauer, einem Krankheitsbild, das bisher kaum beschrieben wurde, handelt es sich um einen speziellen Symptomkomplex, der mit intensivem seelischen Schmerz (heftige Gefühle und starke Sehnsüchte nach dem verstorbenen Baby) aber auch einer intrusiven und vermeidenden Symptomatik einher geht. So leiden die betroffenen Mütter auch Jahre nach dem Verlust noch unter den sich ihnen aufdrängenden Erinnerungsbildern. Sie sehen beispielsweise ihr totes Baby oder eine andere in der aktuellen Situation erlebte Szenerie im Krankenhaus vor ihrem „inneren Auge", ohne in der Lage zu sein, diese Bilder wieder wegzuschieben. Manche Mütter entscheiden sich gegen eine weitere Schwangerschaft, weil sie große Angst davor haben, dass sich das Erlebte wiederholen könnte. Andere Mütter meiden Situationen, die sie an das Erlebte erinnern und können es dann z.B. nicht mehr ertragen, an der Klinik vorbeizufahren, in der ihr Kind verstarb oder tot zur Welt kam.

 

Der Tod muss ausreichend bewältigt werden.

Depressionen oder Angsterkrankungen können weitere Hinweise darauf sein, dass der Tod eines Kindes von der Mutter auch nach Jahren nicht ausreichend bewältigt wurde. Sehr häufig werden die Ursachen dieser psychischen Erkrankungen, die in einer nicht ausreichend verarbeiteten Trauer begründet sind, nicht erkannt und nicht behandelt.

 

Forschungsprojekt in Münster gestartet. In der Psychiatrischen Universitätsklinik in Münster wird derzeit unter der Leitung von Frau Dr. Anette Kersting ein Forschungsprojekt durchgeführt, das sich mit der Art und dem Ausmaß der Symptomatik von Eltern nach dem plötzlichen Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft, kurz nach der Geburt oder nach einem Abbruch der Schwangerschaft aus medizinischer Indikation befasst. Dabei wird erstmalig auch die spezielle Symptomatik der traumatischen Trauer in Abgrenzung zu depressiven Reaktionen und zu normalen Trauerprozessen erfasst. Langfristig ist anzustreben, dass pathologische Trauerreaktionen wie die traumatische Trauer rechtzeitig erkannt und behandelt werden können, um chronifizierte Erkrankungsverläufe zu vermeiden.

 

Die Entwicklung eines auf die spezielle Verlustsituation dieser Eltern abgestimmten spezifischen Behandlungskonzepts ist ebenfalls Inhalt der Studie.

 

Top
Zur Übersicht:
Erster Weltkongress zur
seelischen Gesundheit der Frau

 

 




Pro-hospice®Homepage
zur Startseite

zur Übersicht
des Unterthemas
zur Übersicht
des Oberthemas

girls viagra

фундаментные блоки купить

анаполон курс